„Misstraut den Grünanlagen!“
Dieses Zitat des deutschen Schriftstellers Heinz Knobloch begleitete 9 Jugendliche der Furpacher Jugendgruppe eine Woche lang bei einer Studienfahrt ins ehemalige Konzentrationslager Majdanek und ins Vernichtungslager Bełżec, Polen. Dort, wo in Lublin heute blühende Parks liegen, waren früher jüdische Viertel. Dort wo in der heutigen Gedenkstätte Majdanek grüne Wiesen zu sehen sind, wo ein Platz von den Nationalsozialisten zynisch „Rosengarten“ genannt wurde, lagen früher Gefangenenbaracken, Erschießungsgräben und die Selektionsstelle. Den Augen nicht immer zu trauen, heißt zwangsweise, den Verstand zu benutzen und auch, sich auf Gefühle einzulassen. Nur so nähert man sich dem Schrecken, der vor 70 Jahren herrschte. Nicht die schlimmen Bilder, die man aus Geschichtsbüchern kennt, nicht die unfassbaren Zahlen über ermordete Juden und Angehörige von Minderheiten, standen im Vordergrund der Studienfahrt. Eher das intuitive aber intensive Beschäftigen mit den Menschen, die Täter oder Opfer waren. 
Dazu gehörte auch, dass die Jugendlichen bei Instandhaltungsarbeiten auf dem Gelände halfen, die Einfassung von Gefangenenbaracken von Erde und Pflanzen säuberten – und dabei ins Gespräch kamen. Mit den Seminarleitern, mit dem pädagogischen Mitarbeiter der Gedenkstätte, Wiesław Wysok und mit Zeitzeugen. Während der Arbeiten ist eine israelische Gruppe zu Gast auf dem Gelände. Eine alte Dame kommt auf die Jugendlichen zu und spricht sie in fehlerfreiem Deutsch an. Sie ist Ungarin und hat als 14-jähriges Mädchen ihre Gefangenschaft in Auschwitz überlebt. Sie erzählt spontan von ihren Erlebnissen. Und bedankt sich bei unseren Jugendlichen dafür, dass sie hier sind – und dass sie helfen, dass nichts vergessen wird, was geschehen ist. Dann kommt ein junger Israeli, Mitte zwanzig, auf unsere Gruppe zu. Er sei hier mit seinem Vater und seinem Großvater. Der Großvater war in sieben verschiedenen Durchgangs-, Konzentrations- und Vernichtungslagern und hat überlebt, während seine Frau ermordet wurde. Er hat Deutsche sein Leben lang gehasst für das, was sie ihm angetan haben. Nun habe er die Jugendlichen aus Deutschland hier gesehen und war bewegt. Er habe an diesem Tage etwas gesehen, was ihm zum ersten Mal helfen könne, zu verzeihen, lässt er durch den Enkel ausrichten. 
Es ist schwer zu beschreiben, was die intensive Beschäftigung mit den Menschen, deren Leben der Holocaust vernichtet hat, mit den jugendlichen Teilnehmern anstellt. Es ist auch nicht nötig. Denn jeder von ihnen wird das Gesehene, das Gehörte und das Gefühlte nicht vergessen. Und sie werden es weiter tragen; ein Wunsch, den jeder Zeitzeuge ihnen gegenüber geäußert hat. Und sie werden misstrauisch sein gegenüber denen, die die Verbrechen der Nazi-Zeit verharmlosen wollen. Und gegenüber besagten Grünanlagen, die viel zu oft das verdecken, was zuvor an dieser Stelle zerstört wurde, das aber eigentlich nie vergessen werden darf.